Schon längst gehört das Internet zur Lebensrealität der meisten Menschen. Das reale Leben nicht ersetzend und gesund dosiert hat das Internet im Zeitalter von Social Media der Welt einen weiteren Marktplatz beschert, auf dem sich jeder treffen und kommunizieren kann.

Räumliche Distanzen haben jede Dimension verloren. Weder braucht und sollte auf diesem Marktplatz die Weltöffentlichkeit minutiös über den Tagesablauf informiert werden, noch stellt er einen Laufsteg der Eitelkeiten oder ein Podium für Dozenten dar. Das ist im realen Leben auch nicht anders und das ist auch gut so.
So verwendet, erweitert Social Media die eigene Welt und bietet, wenn gewünscht, ungeahnte Möglichkeiten, das Ansehen & Bekanntheit zu erweitern und in das einzusteigen, was gemeinhin unter Public Relations (PR) und “Öffentlichkeitsarbeit” verstanden wird.

Das Internet ist heute allgegenwärtig. Drei Viertel der Bundesbevölkerung nutzen es, Tendenz steigend. In der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen stellt sich eher die Frage, wer das Internet noch nicht nutzt, als umgekehrt.
Ein ähnliches Bild zeichnet sich für die social media-Kanäle. Bei leichten Verschiebungen von dem einem zu einem anderen Kanal nimmt die Zahl der Nutzer zu, facebook allen voran mit 1,23 Milliarden Nutzern weltweit.

Statistik: Anteil der Internetnutzer in Deutschland von 2001 bis 2013 | Statista
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Internet, social media, Web 2.0 mit allen seinen Vor- und Nachteilen ist aus der Lebensrealität nicht mehr wegzudenken. Es ist Teil des Alltagsleben, es macht die Welt zum Dorf und ermöglicht die Kommunikation mit der ganzen Welt.

Das ist zunächst einmal nichts Neues. Wer es bisher nicht wusste, hat es geahnt, prägt das Smartphone und sein ständiger Gebrauch längst das Straßenbild.

Es lässt sich nun natürlich trefflich darüber streiten,
– ob man/jeder wirklich ununterbrochen erreichbar sein muss.
– ob das Smartphone – Headset oder Freisprechanlage hin oder her – die passende Nebenbeschäftigung beim Autofahren ist.
– inwieweit der ständige Blick auf das Smartphone im Gespräch, beim Essen, ja generell in der zwischenmenschlichen Interaktion des realen Lebens wirklich Not tut.

Und ganz gewiss ist es alles andere als charmant, während eines Candle-light-Dinners alle drei Minuten sein Handy zu kontrollieren.
Bei mir wäre eine solche Begegnung spätestens beim zweiten Mal beendet.

Es ändert nichts daran:
Das Internet hat die Welt zum Dorf gemacht, sei es nun die Cousine im fernen Oregon/USA oder die Schulkameradin in Vietnam.
Das Web 2.0 mit seinen sozialen Netzwerken – interaktiv und dialog-orientiert: “Social Media” –
schafft einen weiteren großen Schritt: Es erlaubt die Verbindung und Austausch von Menschen, auch wenn die reale Begegnung manchmal – jedenfalls nicht stande pede, was ja ausgesprochen dehnbar ist – in dem entscheidenden Moment nicht möglich ist, gemeinsame Interessen, Anliegen und, und, und … zu diskutieren, ohne dass es erheblich ist, dass sie sich an zwei jenseitigen Enden einer großen Stadt, eines Landes oder am anderen Ende der Welt befinden. Das Einzige, was hier noch hinderlich sein könnte: Eine Sprachbarriere, die in der Regel auch nicht durch die Verständigung mit “Händen und Füßen” aufgehoben werden kann, kann man sich eben in der Regel nicht sehen.
Ansonsten aber ist das doch großartig!

Das 1. Date in Franken: Der Beginnn einer großen Freundschaft

Das 1. Date in Franken: Der Beginnn einer großen Freundschaft

.... die Zuneigung hat Bestand, im Juni 2014 in Bonn. Aber reale Treffen sind selten, doch geht es ja auch so und Choupette Lagerfeld twittert ja auch.

…. die Zuneigung hat Bestand, im Juni 2014 in Bonn. Aber reale Treffen sind selten, doch geht es ja auch so und Choupette Lagerfeld twittert ja auch.

Man braucht es ja nicht zu übertreiben und muss nicht wirklich jeden Schritt, den man tut, seinen Freunden und Followern via Twitter kundtun, weil man nun nicht mit den Freundinnen durchs Dorf zwitschern kann.

“Was auch der Chef und die Schwiegermutter wisssen dürfen.”

“Das habe ich doch nur in Facebook gepostet!” Irrtum! Meist kann das jeder mitkriegen, der das mitkriegen will. Man äußert sich in den Social Media Kanälen in aller Regel öffentlich.

Ein ganz gewaltiger Irrtum ist es auch, die große Errungenschaft von Internet und Web 2.0 sei es, jedem Öffentlichkeit zu schenken und dabei zu erwarten, die Menschheit habe nur auf die monologischen Ergüsse von manchem “Möchtegern”-Publizisten gewartet.
Das Internet des Web 1.0 mag mit der plötzlich schier unendlichen Möglichkeiten eines bis dahin knappen Gutes der Informationsverbreitung jenseits der Massenmedien die Sensation des 20. Jahrhundert geworden sein und der Vorstellung des Fernseh-Volksempfängers E1 vor 75 Jahren eindeutig den Rang abgelaufen haben. ABER….

Vom “Push des Web 1.0″ zum “Pull des Web 2.0″:

Social Media ist differenzierter: Kommunikation ist das Schlagwort! Das heißt zunächst einmal auch Zuhören, Gleichgesinnte finden, sich in seinen Interessen austauschen und damit aus den Informationsfluten zu sondieren, was für jeden einzelnen relevant erscheint.

Wie weitgehend das sein kann – auch für Unternehmen oder Global Player – zeigt der “Liebesbrief” an die Bahn AG mehr als nachdrücklich: Die Bahn AG hat – und ihre Verspätungen, Pannen und Ausfälle sind nun legendär: Jeder weiß, dass es so ist – durch Kommunikation Sympathie gewinnen können und konnte damit einen veritablen “Shitstorm” abwenden, indem sich die Bahn AG in den Dialog mit der unzufriedenen Kundin begab.

Geht es nur darum, sich zu präsentieren und seine Statements abzusondern, ohne bereit zu sein, in den Dialog einzutreten und gleich gar nicht andere Meinung zu tollerieren, wird zweifellos das Internet benutzt, aber eben nicht das Web 2.0. Da könnte es manches Mal sinnvoller sein, dem real existierenden Spiegel vorzutragen.

Im Internet des Web 2.0 macht nicht die reine Präsentation – mag sie noch so professionell und kreativ sein -, sondern die Interaktionsbereitschaft & Dialogfähigkeit das I-Tüpfelchen der (Online-)Reputation und fängt Öffentlichkeitsarbeit an.

Was sagt Ihr dazu? Was halten Sie davon?